sinus Hotline
KATEGORIEN
sinus
Distelweg 17
30890 Barsinghausen
Fon 0 51 05 / 51 34 20
Fax 0 51 05 / 52 27 56

Sinus-Bundeskongress empfiehlt Stärkung vernetzter schulischer Krisenteams

Ehreshoven; 19. April 2009
Die zunehmende Anzahl von Not- und Bedrohungslagen an Schulen macht die Aufstellung interdisziplinärer und vernetzter Krisenteams dringend notwendig, resümiert Pater Jürgen Langer, Vorstand von Sinus – Schulische Krisenintervention e.V. die Erkenntnisse des 1. Bundeskongresses.
Mehr als 70 TeilnehmerInnen, darunter, Schulpsychologen, Lehrer und Notfallseelsorger aus dem ganzen Bundesgebiet, der Schweiz, England und den Niederlanden diskutierten im oberbergischen Ehreshoven über die Zukunft schulischer Krisenintervention.

„Der Einsatz von Schulpsychologen alleine sei oft nur ein schnelles Pflaster auf eine klaffende Wunde,“ so Langer weiter.
Allein die Einbindung unterschiedlicher Professionen könne der Garant dafür sein, schulische Krisensituationen umfassend zu bewältigen.
Dabei stand die Auseinandersetzung mit den alltäglichen Erfahrungen mit Tod und Gewalt an Schulen ebenso im Zentrum der Beratung, wie die Lehren, die aus dem aktuellen School Shooting in Winnenden zu ziehen sind.

Dr. Frank Robertz, Kriminologe aus Berlin, legte Wert auf die Feststellung, dass School Shootings und die Erhöhung der Gewaltrate keineswegs nur ursächlich in der Schule zu sehen seien. Insbesondere fehlende soziale Einbindungen in fragilen Familien- und Sozialsystemen beförderten eine zunehmende Isolation der Jugendlichen, die sich dann letztendlich in der Schule, dem Ort der größten erlebten Demütigung, entlade. Vor allem, wenn das Schulklima und Lehrer-Schüler-Beziehungen nicht ausreichend positiv ausgeprägt ist.

„Hinsehen und Handeln“, lautete somit das übereinstimmende Fazit der Teilnehmer – dies in Anlehnung an das Berliner Modell der Gewaltprävention und Krisenintervention an Schulen.

Prof. Dr. Barbara Juen, Uni Innsbruck, betonte aus kinder- und jugendpsychologischer Sicht die Bedeutung der Fortführung des schulischen Alltaggeschehens nach dem gemeinsamen Erleben von Krisenfällen. So sei die rasche Wiederaufnahme des Unterrichtes in der gewohnten Umgebung inmitten des gewohnten Klassenumfeldes unabdingbar für die zukünftige Wahrung der Psychohygiene.
Neben der Vorstellung des Landeskonzeptes NRW durch Dr. Heiner Wichterich vom nordrhein-westfälischen Schulministerium kamen auch die Erfahrungen aus Bayern und Berlin zur Sprache. Dietmar Fernholz, Kinder- und Jugendpsychiater aus St. Augustin, vermittelte wertvolle Interventionsansätze für die Auseinandersetzung mit traumatisierten Jugendlichen.

Sinus – schulische Krisenintervention e.V. bietet Ausbildungs- und Unterstützungssysteme für Schulen, Lehrer und Betreuer, damit schulische Krisenteams den Alltagskrisen im Umfeld von Tod, Trauer und Gewalt auf einer gefestigten Grundlage begegnen können.

Weitere Informationen: Dr. Norbert Saupp, Sinus –  Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit; eMail: presse@sinus-online.eu


Geschrieben von waldschmidt am Sonntag, 19. April 2009
Kategorien: Allgemein

Einen Kommentar schreiben

KONTAKTIMPRESSUMWEBDESIGN© www.Thoxan.com